Herrenhaus Harkotten:
summerwinds – Konzert
29.07.2022 um 19:00 Uhr

Konzert

Davit Sarukhanyan, Karl Figueroa & Tatiana Verbeke

Doppelkonzert A: B&B

Davit Sarukhanyan, Klarinette
Karl Figueroa, Violoncello
Tatiana Verbeke, Klavier

Johannes Brahms (1833–1897): Trio a-Moll op. 114
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio B-Dur op. 11, „Gassenhauer-Trio“

Ein Opus 11 und ein Opus 114 – und die quirligen Jungen aus Armenien, Chile und Russland, die sich an den Hochschulen in Münster und Essen kennen lernten, fühlen sich in das Werk des alten Brahms ebenso gut ein wie in das Beethovens, der, als er das „Gassenhauer“-Trio schrieb, nur etwas älter war als sie.

Hat Beethoven seine Variationen auf den Hit aus der Joseph Weigl-Oper „L’amore marinaro“ (Der Korsar) später so manches Mal wohl als Jugendsünde bereut, so scheint der 58-jährige Brahms in a-Moll zurückzublicken, wunderbar träumend, mit abgeklärter Sehnsucht und Herzensfülle.

Subtile, dabei spannungsvolle Stimmführung bei Brahms, Schimmer später Leidenschaft im Allegro, ein intimes Adagio, zu Beginn des graziösen Andante ein verhaltener Wiener Walzer, gefolgt von einem gezähmten Ländler, dem Volkstanz, aus dem der Walzer entsprang. Im Allegro osteuropäische Rhythmen in muntrem Wechsel und ein leidenschaftliches Aufbäumen als Schluss, das mitreißt. Brahms hatte eigentlich aufhören wollen zu komponieren. Doch als er 1891 mit dem famosen Klarinettenvirtuosen Mühlfeld „Fräulein Klarinette“ entdeckte, komponierte er im Stillen in der Sommerfrische von Bad Ischl dieses berührende Trio.

Stolz und befreit, mit Schwung und Feuer, dabei mäßig schnell der erste Satz von Beethovens Trio. Im Adagio expressiv-zarte Melodik. Das Finale beginnt mit dem Gute-Laune-Thema des Schlagers aus der Weiglschen Oper, den die Spatzen in Wien um 1800 von den Dächern pfiffen. Dann folgen Beethovens Variationen – und machen charmant und leicht aus dem Popsong hohe, zugleich höchst unterhaltsame Kunst.

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